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Zonenplanung in Durchsageanlagen: Beispiele Fabrik, Hotel und Einkaufszentrum

Kurze Antwort
In einer Beschallungsanlage ist eine Zone eine Lautsprechergruppe, die gleichzeitig denselben Ton wiedergibt. Das Gebäude wird nach Nutzungszweck, Geräuschpegel und Evakuierungsplan in Zonen unterteilt; so wird eine Nachricht nur im betreffenden Bereich ausgegeben, die Lautstärke jeder Zone wird separat eingestellt, und im Notfall werden die Zonen nacheinander oder gemeinsam gewarnt. Ein guter Zonenplan bestimmt sowohl den Alltagsbetrieb als auch die Notfallleistung des Systems.
Warum braucht man Zonen?
In einer Beschallungsanlage mit nur einer Zone wird jede Nachricht überall im Gebäude gehört. In einem Hotel stört es die Gäste, die sich in ihren Zimmern ausruhen, wenn die Rezeption einen Gast ausruft. In einer Fabrik lenkt eine Durchsage für den Ladebereich im Büro alle in einer Besprechung ab. Mit der Zeit beginnen die Menschen, Durchsagen zu überhören, und diese Gewohnheit setzt sich auch im Notfall fort.
Zonen sorgen dafür, dass die Nachricht nur die betreffenden Personen erreicht. Lautstärke und Musikquelle jeder Zone werden separat eingestellt. Im Restaurant läuft ruhige Musik, während die Lobby ein lebhafteres Programm hören kann. In einer lauten Produktionshalle wird die Lautstärke hoch, im Büro nebenan niedrig gehalten.
Im Notfall werden Zonen Teil des Evakuierungsszenarios. Auf der Etage, auf der das Feuer ausgebrochen ist, und der Etage darüber kann sofort eine Evakuierungsdurchsage erfolgen, auf den anderen Etagen die Meldung „Bereithalten“. Diese gestaffelte Evakuierung verhindert, dass die Treppenhäuser sich gleichzeitig verstopfen. Wie das Szenario aufgebaut wird, richtet sich nach dem Evakuierungsplan des Gebäudes.
Wonach werden Zonen aufgeteilt?
Die Zonengrenzen werden im Geschossplan eingezeichnet und anhand folgender Fragen festgelegt:
- Ist der Nutzungszweck des Bereichs ein anderer? Büro, Produktion, Lager, Kantine
- Ist der Geräuschpegel anders, und ist eine separate Lautstärkeeinstellung nötig?
- Wird andere Musik oder ein anderes Programm gewünscht?
- Ist es im Evakuierungsplan eine eigene Phase?
- Passt es zur Zoneneinteilung der Brandmeldeanlage?
- Ist es ein offener oder ein geschlossener Bereich?
Expertenhinweis: Versuchen Sie, die Beschallungszonen mit denselben Grenzen wie die Zonen der Brandmeldeanlage zu führen. Auf welche Zone das Signal der Brandmeldezentrale auch zeigt, die Beschallungsanlage kann ihre Nachricht in dieselbe Zone ausgeben; sind die Grenzen verschieden, werden die Szenarien kompliziert.
Wie wird die Prioritätenreihenfolge aufgebaut?
In einer Beschallungsanlage können mehrere Quellen gleichzeitig Ton ausgeben wollen: Hintergrundmusik, das Mikrofon an der Rezeption, programmierte Klingeln oder fertige Nachrichten und die Evakuierungsdurchsage der Brandmeldeanlage. Das System muss wissen, welche Quelle Vorrang vor welcher hat.
In der typischen Reihenfolge steht die Notfallnachricht vor allem anderen. Danach folgen das Live-Durchsagemikrofon, dann programmierte Nachrichten und zuletzt die Musik. Beginnt die Notfallnachricht, wird die Musik unterbrochen, und überall, auch in Zonen mit heruntergeregelter Lautstärke, steigt der Pegel auf ein zuvor festgelegtes Niveau. Ein heruntergedrehter Lautstärkeregler in einer Zone darf nicht dazu führen, dass die Notfallnachricht nicht gehört wird.
Normen wie TS EN 54-16 für Notfalldurchsage- und Beschallungssysteme und TS EN 54-24 für Lautsprecher definieren dieses Verhalten. Ob das System eine Notfallfunktion haben soll, muss vor dem Zonenplan entschieden werden.
- 1Bereiche im Geschossplan markieren
- 2Nach Nutzung und Geräuschpegel gruppieren
- 3Mit Brandzonen abgleichen
- 4Prioritätenreihenfolge festlegen
- 5Evakuierungsszenario schreiben
- 6Freie Zonenkapazität lassen
Beispiel Fabrik
In einer Fabrik sind Produktionshallen, Lager, Ladebereich, Verwaltungsbüros, Kantine und Außengelände meist getrennte Zonen. Da der Maschinenlärm in der Produktionshalle hoch ist, werden in dieser Zone mehr Lautsprecher eingesetzt und der Pegel hoch gehalten. Hornlautsprecher mit engem Abstrahlwinkel und hoher Leistung werden in lauten Bereichen bevorzugt.
Programmierte Klingeln für Schichtbeginn, Pause und Schichtende können in jeder Zone zu einer anderen Zeit läuten. Wird im Ladebereich ein Fahrzeug ausgerufen, hören es die Büros nicht. Im Notfall dagegen wird allen Zonen gleichzeitig die Evakuierungsnachricht ausgegeben und der Sammelplatz bekannt gegeben.
Auf dem Außengelände zerstreuen Wind und Fahrzeuglärm den Schall. Außenlautsprecher müssen regen- und staubfest sein, und ihre Ausrichtung und Winkel sollten so eingestellt werden, dass der Schall nicht auf Nachbargrundstücke übergreift.
Beispiel Hotel
Im Hotel werden Lobby, Restaurant, Pool, Spa, Tagungsräume, Flure, Personalbereiche und Parkplatz als getrennte Zonen geplant. Die Zimmer werden von den täglichen Durchsagen und der Musik ausgenommen, aber die Notfallnachricht muss auch in den Zimmern zu hören sein. Deshalb richtet sich die Lautsprecheranordnung in den Flurzonen danach, dass die Nachricht auch hinter der Zimmertür verständlich ankommt.
Wenn in den Tagungsräumen eine eigene Tonanlage vorhanden ist, wird eine Verbindung hergestellt, damit diese Anlage im Notfall stummgeschaltet und im Saal die Notfallnachricht ausgegeben wird. Andernfalls kann eine laute Präsentation im Saal die Evakuierungsdurchsage im Flur übertönen.
Personalbereiche sollten als eigene Zone betrachtet werden. Interne Durchsagen für Küche, Wäscherei und Technikdienst dürfen die Gäste nicht erreichen, aber im Notfall kann das Personal in diesen Bereichen die zuerst gewarnte Gruppe sein. In einem Plan, in dem das Personal den Gästen bei der Evakuierung hilft, wird auch der Inhalt der Nachricht für die Personalzonen gesondert vorbereitet.
Beispiel Einkaufszentrum und großes Kaufhaus
In Einkaufszentren werden Gemeinschaftsbereiche, Etagen, Parkplatz, Gastronomieebene und Personalflure als Zonen getrennt. Die Geschäfte können eigene Musikanlagen haben. Es sollte geplant werden, dass diese Anlagen im Notfall abgeschaltet werden und die gemeinsame Beschallungsanlage auch in den Geschäften zu hören ist.
In Atrien mit hohen Decken ist der Hall stark, und die Sprachverständlichkeit sinkt. Hier führt der Einsatz einer größeren Anzahl von Lautsprechern mit geringerem Pegel zu einem verständlicheren Ergebnis als wenige laute Lautsprecher. In Parkebenen sind für Fahrzeuglärm und Betonflächen gesonderte Einstellungen nötig.
Verkabelung und Erweiterung
Die Lautsprecher jeder Zone werden über eine eigene Leitung an das Zentralgerät angeschlossen. Bei Systemen mit Notfallfunktion können die Zonenleitungen als A und B mit zwei getrennten Leitungen gelegt werden, damit eine Zone bei einer Leitungsstörung nicht vollständig verstummt. Die Leitungen werden so installiert, dass eine Störungsüberwachung erfolgt.
Die Zonenzahl bestimmt die Kapazität des Zentralgeräts. Ist später ein neues Gebäude, eine neue Etage oder ein zu teilender Bereich geplant, wird das Zentralgerät mit freier Zonenkapazität gewählt. Eine Zone nachträglich in zwei zu teilen bedeutet, eine separate Leitung zu legen; wird diese Möglichkeit von Anfang an bedacht, muss die Decke nicht erneut geöffnet werden.
Neben dem Zentralgerät sollten ein Schema und eine Beschriftung vorhanden sein, die zeigen, welche Leitung zu welchem Bereich jeder Zone führt. Wenn ein Lautsprecher in einem Flur verstummt, dauert die Fehlersuche mit diesem Dokument Minuten. Ohne das Dokument muss der Techniker von Decke zu Decke gehen und die Leitung verfolgen.
Häufige Fragen
Wie viele Zonen sollte eine Beschallungsanlage haben?
Es gibt keine einheitliche Zahl. Das Gebäude wird nach Nutzungszweck, Geräuschpegel, gewünschter Musiktrennung und Evakuierungsplan in Zonen unterteilt. Da der Bedarf später steigen kann, wird das Zentralgerät mit freier Kapazität gewählt.
Wird eine Notfalldurchsage gehört, wenn die Lautstärke heruntergeregelt ist?
Bei Systemen mit Notfallfunktion setzt sich die Notfallnachricht über die Lautstärkeeinstellung in den Zonen hinweg und wird mit einem zuvor festgelegten Pegel ausgegeben. Bei einer gewöhnlichen Beschallungsanlage ist diese Funktion eventuell nicht vorhanden; sie sollte bei der Auswahl geprüft werden.
Sollten Beschallungsanlage und Brandmeldeanlage miteinander verbunden werden?
Wenn eine Notfalldurchsage-Funktion gewünscht wird, ja. Mit dem Signal der Brandmeldezentrale wird in den betreffenden Zonen automatisch eine Evakuierungsdurchsage ausgegeben. Dass die Zonengrenzen in beiden Systemen übereinstimmen, erleichtert diese Verbindung.
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