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Was ist strukturierte Verkabelung? Im Neubau von Anfang an richtig machen

Kurze Antwort
Strukturierte Verkabelung bedeutet, die Netzwerk-, Telefon-, Kamera- und ähnlichen Schwachstrom -Leitungen eines Gebäudes von einer zentralen Stelle aus, in einheitlicher Anordnung, beschriftet und geprüft zu verlegen. Jede Dose ist mit eigenem Kabel an ein Panel im Schrank angeschlossen, sodass der Verwendungszweck später geändert werden kann. Wird diese Anordnung in einem Neubau nicht im Rohbau geplant, ist der spätere Einbau ohne Aufstemmen der Wände sehr schwierig.
Was bedeutet strukturierte Verkabelung genau?
Bei der herkömmlichen Methode verlegt jedes System sein eigenes Kabel: Der Telefontechniker die Telefonleitung, der Kameratechniker das Kamerakabel, und wer das Internet einrichtet, zieht vom Modem einige Kabel zu den Räumen. Nach einigen Jahren entsteht an der Decke ein Kabelhaufen, bei dem niemand weiß, wer was verlegt hat.
Bei der strukturierten Verkabelung wird das Gebäude nach einem Fahrplan verkabelt. Für jede Wohnung, jedes Büro oder jede Etage wird ein Verteilpunkt (Schrank) festgelegt. Jede Dose an der Wand wird mit einem durchgehenden Kabel an ein Verteilerfeld (Patchpanel) in diesem Schrank angeschlossen. Jeder Port des Panels und jede Dose an der Wand werden mit derselben Nummer beschriftet. Ob eine Dose einen Computer, ein IP-Telefon oder eine Kamera versorgt, wird im Schrank mit einem kurzen Patchkabel entschieden.
Diese Anordnung beruht auf internationalen Normen. Die Normenfamilie ISO/IEC 11801 und ihr europäisches Gegenstück EN 50173 beschreiben Kabeltyp, Entfernungsgrenzen sowie Anordnung von Dosen und Panels. Eine normgerecht verlegte Leitung funktioniert unabhängig von der Marke der angeschlossenen Geräte gleich.
Warum ist das für Bauunternehmer wichtig?
Der Wert einer Wohnung oder einer Büroetage wird heute auch von der Internet- und Smart-Home-Infrastruktur bestimmt. Der Käufer möchte im Wohnzimmer hinter dem Fernseher eine Netzwerkdose sehen, im Schlafzimmer eine weitere und an der Decke einen Anschluss für den WLAN-Zugangspunkt. Werden diese im Rohbau zusammen mit dem Leerrohr vorgesehen, sind die Kosten gering. Wer sie nach den Ausbauarbeiten nachträglich einbauen will, muss mit Kabelkanal, Putzreparatur, Anstrich und einem unzufriedenen Käufer rechnen.
Bei Gewerbegebäuden ist die Lage noch deutlicher. Mit jedem Mieterwechsel ändert sich die Büroanordnung. Auf einer strukturiert verkabelten Etage ändert der neue Mieter nur die Verbindungen im Schrank. Auf einer zufällig verkabelten Etage öffnet dagegen jeder Mieter die Decke neu.
In Wohnanlagen- und Residenzprojekten trägt dieselbe Infrastruktur auch Kamera, Zutrittskontrolle, Video-Türsprechanlage, Parkplatzschranke und zentrale Satellitenanlage. Wird statt einzelner Kabel für jedes dieser Systeme eine gemeinsame Rohr- und Schrankanordnung aufgebaut, stören sich die Subunternehmer auf der Baustelle nicht gegenseitig, und die Gebäudeverwaltung arbeitet mit einem einzigen Plan. Für den gemeinsamen Plan muss es einen Verantwortlichen geben; sonst verlegt jedes Team sein Kabel auf dem kürzesten Weg.
Was ist in welcher Bauphase zu tun?
Die strukturierte Verkabelung erfolgt nicht in einem Zug, sondern abschnittsweise entsprechend dem Bauablauf. Die häufigste Fehlerquelle ist, die Reihenfolge zu verpassen.
- Planungsphase: Dosenstandorte, Schrankstandort und Kabelwege werden zusammen mit dem Architektur- und Elektroplan gezeichnet.
- Rohbau: Rohre, Abzweigdosen und Etagendurchführungen werden in Wand und Decke vorgesehen; in die Rohre wird ein Einziehdraht gelegt.
- Vor dem Verputzen: Kabel werden gezogen, die Enden geschützt, jedes Kabel wird an beiden Enden nummeriert.
- Nach den Ausbauarbeiten: Dosen und Panels werden aufgelegt, der Schrank wird aufgebaut.
- Vor der Übergabe: Jede Leitung wird mit einem Prüfgerät gemessen, die Ergebnisse und der Dosenplan kommen in die Übergabedokumentation.
Expertenhinweis: Lassen Sie in den Rohren unbedingt einen Einziehdraht und wählen Sie den Rohrdurchmesser passend zur Kabelzahl plus eins. In ein volles Rohr lassen sich später meist keine Kabel mehr einziehen.
- 1Dosen- und Schrankstandort planen
- 2Im Rohbau Rohre vorsehen
- 3Vor dem Verputzen Kabel ziehen
- 4Dosen und Panels auflegen
- 5Jede Leitung prüfen
- 6Übergabedokumentation erstellen
Schrankstandort und Strombedarf
Der Schrank ist die Netzwerkzentrale des Gebäudes. In Wohnhäusern wird in jeder Wohnung ein kleiner Wandkasten oder im Treppenhaus ein Etagenschrank, in Gewerbegebäuden ein Schrank pro Etage und im Keller ein Hauptverteilerraum eingerichtet. Bei Kupferkabel darf die Kabellänge zwischen Schrank und entferntester Dose 90 Meter nicht überschreiten; diese Grenze bestimmt die Zahl der Schränke.
Der Schrankstandort muss belüftbar, trocken und abschließbar sein. Für den Schrank müssen eine über eine eigene Sicherung gespeiste Steckdosenleitung und eine Erdung verlegt werden. Ein unbelüfteter Schrank unter der Treppe führt im Sommer in Şanlıurfa dazu, dass die Switch-Geräte überhitzen und sich aufhängen. Eine Lüftungsöffnung oder Strom für einen kleinen Lüfter am Schrankstandort beugt diesem Problem von vornherein vor.
Welches Kabel, wie viele Dosen?
Für Neubauten ist Cat6 heute die verbreitete Wahl. In Büro- und öffentlichen Gebäuden, die viele Jahre genutzt werden, besonders bei den Steigleitungen zwischen den Etagen, wird Cat6A oder Glasfaser eingeplant. Verbindungen zwischen Gebäuden und zwischen Blöcken werden per Glasfaser ausgeführt.
Bei der Zahl der Dosen zu sparen rächt sich später. In einer Wohnung sind mindestens eine Netzwerkdose für das Wohnzimmer, jedes Schlafzimmer und die Arbeitsecke, ein Anschluss an der Decke für den WLAN-Zugangspunkt und eine Leitung für die Kamera oder Video-Türsprechanlage vor der Tür ein guter Anfang. In Büros werden für jeden Arbeitsplatz mindestens zwei Dosen und für Besprechungsräume zusätzliche Dosen für Bildschirm und Kamera eingeplant.
Prüfung und Übergabedokumentation
Der letzte Schritt der strukturierten Verkabelung ist die Prüfung. Jede Leitung wird mit einem Kabelprüfgerät gemessen; Adernbelegung, Unterbrechung, Kurzschluss und Länge werden kontrolliert. Höherwertige Zertifizierungsgeräte melden außerdem, ob die Leitung die Cat6- oder Cat6A-Leistung tatsächlich erbringt.
Die Übergabedokumentation sollte den Etagenplan mit den Dosennummern, die Portliste der Panels und die Prüfergebnisse enthalten. Diese Dokumentation geht an die Gebäudeverwaltung oder den Käufer. Wenn Jahre später eine Störung auftritt, ist sie die einzige Karte in der Hand des technischen Teams.
Vorschriften und Planung
Bei Neubauten enthalten die BTK-Vorschriften zur elektronischen Kommunikationsinstallation und die Genehmigungsbedingungen der Gemeinden bestimmte Infrastrukturanforderungen. Da diese Bedingungen je nach Art und Baujahr des Gebäudes variieren, sollten sie bei der Planung mit einem befugten Ingenieur geprüft werden.
Desa Bilişim kann in der Planungsphase mit Bauunternehmern zusammenarbeiten, den Rohr- und Dosenplan erstellen und Verkabelung und Prüfung zusammen mit der Übergabedokumentation abschließen. Wenn Sie die Architekturzeichnungen Ihres Projekts teilen, können wir den Bedarf gemeinsam ermitteln.
Häufige Fragen
Ist strukturierte Verkabelung nur etwas für große Gebäude?
Nein. Dieselbe Logik gilt auch für eine Wohnung oder einen kleinen Laden. Je kleiner der Maßstab, desto mehr wird der Schrank zu einem Wandkasten, aber dass jede Dose mit einem einzelnen Kabel zur Zentrale führt und beschriftet wird, bleibt gleich.
Braucht man in jedem Raum eine Dose, wenn es WLAN gibt?
Auch WLAN-Zugangspunkte müssen über ein Kabel versorgt werden. Feststehende Geräte wie Fernseher, Spielekonsole und Desktop-Computer laufen mit Kabel stabiler. Dosen vorzusehen lässt dem Nutzer die Wahl.
Wovon hängen die Verkabelungskosten ab?
Anzahl der Dosen, Kabeltyp und Kabellänge, Anzahl der Schränke, ob die Verbindung zwischen den Etagen aus Kupfer oder Glasfaser besteht, und die Prüfstufe bestimmen die Kosten. Für eine genaue Zahl sind eine Prüfung des Projekts und ein schriftliches Angebot erforderlich.
Sprechen wir, solange Ihr Projekt im Rohbau ist
Senden Sie Ihre Architekturzeichnungen, dann erstellen wir gemeinsam den Rohr- und Dosenplan.





